Kleine Holzkunde

Willkommen zu unserer kleinen Holzkunde. Holz ist ein vielseitiger Werkstoff. Wenn man zum Beispiel eine Holzterrasse bauen will, könnte man sich schonmal die Frage stellen wie herum die Holzdiele denn nun gehört und gerade im Außenbereich ist das für die Haltbarkeit des Holzes gar nicht mal so unwichtig.

Um das zu beantworten, müssen wir uns mit den Jahresringen, der Kernseite und der Herzseite von Holz beschäftigen.

Lebensringe

Jahresringe

Jahresringe sind die konzentrischen Kreise, die man auf dem Querschnitt eines Baumstamms sieht. Sie entstehen durch das jährliche Wachstum des Baums und geben wertvolle Hinweise auf die Struktur und Stabilität des Holzes. Sie bestehen aus helleren (Frühholz) und dunkleren (Spätholz) Bereichen. Frühholz ist weicher und wächst im Frühling und Spätholz ist dichter und entsteht im Sommer.

Kernseite vs. Herzseite

Ein Holzbrett hat zwei unterschiedliche Seiten. Die Kernseite und die Herzseite. Die Kernseite liegt näher am Kern des Baums, also im Zentrum. Diese Seite ist die härtere Seite.

Kernseite richtig

Kernseite = rechte Seite

Die Kernseite oder auch „rechte Seite“. Wasser kann nicht eindringen und die Holzschrauben halten.

Linke Seite

Linke Seite

Wasser kann eindringen und die Schrauben haben keinen guten halt.

Folgendes solltest du also für dein nächstes Projekt beachten:

 

  • Jahresringe prüfen: Wenn die Jahresringe nach außen gewölbt sind, ist die Oberseite die Herzseite. Wenn sie nach innen gewölbt sind die Kernseite
  • Verwendungszweck: Steht Optik oder Stabilität im Vordergrund. Für sichtbare Flächen = Herzseite, weil diese gleichmäßiger und glatter ist. Für tragende Elemente Kernseite verwenden.
  • Verzug: Holz verzieht sich immer in Richtung der Jahresringe. Ist die Herzseite oben wölbt sich das Brett nach unten. Liegt die Kernseite oben wölbt sich das Brett nach oben.
Holz

Die Wahl der richtigen Holzseite hängt von deinem Projekt ab. Schau auch bei unserem Blogbeitrag „Terrassenüberdachung aus Holz selber bauen“ vorbei.

Saubere Sägekanten bei funierbeschichteten Platten

„Wir testen Tipps aus dem Internet, damit ihr es nicht mehr machen müsst“. Dieses Mal: Saubere Sägekanten bei funierbeschichteten Platten – mit und ohne Klebeband.

Aber ganz von vorne: Furnierbeschichtete Platten sind im Möbelbau sehr beliebt. Aber wer schonmal versucht hat so eine Platte zu sägen, kennt das Problem: unsaubere, ausgefranste und gesplitterte Schnittkanten.

Furnier ist eine dünne Schicht Echtholz oder auch Kunststoff, die auf eine Trägerplatte aufgebracht wird. Diese dünne Schicht ist anfällig für splittern beim Sägen. Im Internet gibt es natürlich auch zu diesem Theme eine Menge Ratschläge.

Ohne Klebeband

Wir wollen testen, ob die Platte nicht ausreißt, wenn man diese mit Klebeband sägt. Dazu haben wir also eine Platte mit und eine ohne Klebeband bearbeitet.

saegen ohne klebeband

Als Erstes haben wir uns eine Linie angezeichnet, an der wir mit der Stichsäge entlang Sägen wollen, um später einen guten Vergleich zu haben. Natürlich solltet ihr in beiden Fällen ein feines und scharfes Sägeblatt verwenden.

kante

Das Ergebnis ohne Klebeband: Die Kante ist unsauber und zeigt das Typische ausfransen an der Schnittkante.

Mit Klebeband

Für den nächsten Versuch kleben wir zunächst das Klebeband in unserem Fall Malerkrepp auf das zu sägende Brett. Wichtig: Die Schnittmarkierung zeichnen wir direkt auf das Klebeband. Anschließend sägen wir präzise entlang der vorgezeichneten Linie.

anzeichnen klebeband
klebeband
saubere kante

Das Ergebnis

Das Ergebnis? Die Kante mit Klebeband ist tatsächlich sauber und zeigt kein Ausfransen oder einreißen. Der Tipp aus dem Internet hat tatsächlich gut funktioniert! Wenn ihr noch mehr „Tests aus dem Internet“ sehen wollt, schaut mal bei „Wir testen Teelichtöfen“ vorbei.

Häufige Fehler bei Justierschrauben vermeiden

Im Blogbeitrag „Unterkonstruktion einfach ausrichten? – Mit Justierschrauben klappt’s!“ haben wir geklärt, was eine Justierschraube ist und wie man sie eigentlich genau benutzt. In diesem Blogbeitrag wollen wir auf häufige Fehler beim Umgang mit der Justierschraube eingehen.

justierschraube

Ein kurzer Überblick: Was sind Justierschrauben?

Justierschrauben ähneln auf den ersten Blick Spanplattenschrauben, haben aber besondere Merkmale. Unter dem Schraubenkopf befinden sich keilförmige Rillen, die sich wie Wiederhaken in das Holz verhaken und so eine feste Verbindung gewährleisten. Die Spitze der Schraube macht das Vorbohren bei weichen Hölzern wie Fichte oder Kiefer überflüssig. Die Fräsrippen am Kopf der Schraube ermöglichen das saubere versenken. Aber genau diese Eigenschaften können bei falscher Anwendung zu Problemen führen.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

1. Falsche Schraubenlänge
Eine zu kurze Schraube bietet nicht genug Halt im Untergrund, während eine zu lange Schraube die Justierbarkeit einschränkt oder den Untergrund beschädigt. Die Schraubenlänge sollte auf der Dicke der Holzlatte und der gewünschten Distanz zur Wand oder Decke gewählt werden. Die Schraube sollte mindestens 20 mm tiefer in den Untergrund greifen als die Holzlatte dick ist. Für eine 40 mm dicke Holzlatte empfiehlt sich also eine Schraube von mindestens 60 mm Länge.

schraubenlaenge

2. Zu schnelles oder unsauberes Einschrauben
Die Justierschraube sollte nicht zu schnell oder mit zu hohem Drehmoment eingeschraubt werden. Die Fräsrippe arbeitet nicht sauber und das Holz splittert. Außerdem kann sich die Schraube verkanten. Am besten einen Akkuschrauber mit einstellbarem Drehmoment verwenden. Die schraube langsam eindrehen. Darauf achten, dass die Schraube mit dem richtigen Bit sauber greift.

3. Untergrundbeschaffenheit, Belastungsgrenze
Bröckelige Untergründe wie altes Mauerwerk können die Schraube nicht sicher halten. Für Beton oder Mauerwerk sollten zusätzlich passende Dübel verwendet werden.

Immer die maximale Belastbarkeit der Justierschraube prüfen. Für besonders schwere Verkleidungen solltest du einen Fachmann zu Rate ziehen.

Justierschrauben sind, wenn sie richtig angewendet werden gerade bei schwierigen Gegebenheiten ein nützlicher Helfer.

Schau doch auch gern bei unserem Blogbeitrag: „Palettenmöbel selber bauen vorbei“.

Wir testen Teelichtöfen

Wisst ihr noch, als das Internet voll von Teelichtöfen auch bekannt als Tischöfen war? Und weil dieser Sommer bisher alles andere als sommerlich ist, sehnen wir uns schon ein bisschen nach Wärme. Bevor wir allerdings im Juli die Heizung einschalten, haben wir uns erinnert, dass es da doch mal eine Idee aus dem Internet gab, um ein bisschen Wärme zu erzeugen

Dieser Blogbeitrag gehört in unsere Kategorie: „Wir testen Sachen, damit ihr es nicht mehr machen müsst.“

Und um das Ganze richtig testen zu können, haben wir natürlich erst einmal selbst einen gebaut:

material

Material

Wir benötigen 4 ineinander passende Tontöpfe, Topfuntersetzer, Winkel, Sechskantschraube, Unterlegscheiben, Muttern, Heißkleber, Teelicht und eventuell Tee und Kekse.

kleben
winkel

Der Zusammenbau ist schnell gemacht. Als Erstes haben wir auf die Unterseite des Topfuntersetzers mit Heißkleber die Winkel befestigt.

schrauben1

Jetzt wird die Sechskantschraube durch das Ablaufloch des größten Tontopfs gesteckt. Darauf kommt eine Mutter und eine Unterlegscheibe als Abstandhalter für den nächst kleineren Topf. Das machen wir erstmal mit allen vier Töpfen.

tontoepfe

Und das war es auch schon. Das ganze muss jetzt nur noch auf den Kopf gedreht werden und schon könnt ihr eurer Teelicht anzünden und eure Kekse bei wohliger Wärme genießen. Oder?

tisch

Fazit: Der Zusammenbau des Teelichtofens ging schnell. Und ja, Teelichtöfen können tatsächlich eine gemütliche Atmosphäre schaffen und die Temperatur in unmittelbarer Nähe erhöhen.

Aber: Es sind keine effektiven Heizungen für ganze Räume und bergen ein Sicherheitsrisiko. Wie jede unbeaufsichtigte Kerze erhöht sich auf hier die Brandgefahr.

Um einen Raum spürbar zu erwärmen, müsste man schon eine große Menge Teelichter verwenden.

Beispiel: Ein einzelnes Teelicht hat eine Heizleistung von etwa 30 Watt. Selbst wenn man vier Teelichter gleichzeitig in dem Ofen nutzt, käme man nur auf rund 120 Watt. Zum Heizen eines Raumes benötigt man jedoch (je nach Isolierung) etwa bis 40 bis 100 Watt pro Quadratmeter.

Also ja für Gemütlichkeit können die kleinen Öfen sorgen aber einen Raum Heizen können sie nicht.

Korrosionsschutzarten für Schrauben

Wenn man sich mit Schrauben beschäftigt, begegnen einem immer wieder Begriffe wie galvanisch verzinkt, feuerverzinkt, zinklamellenbeschichtet oder Ruspert. Diese Begriffe beschreiben verschiedene Korrosionsschutzverfahren die Metalle vor Rost schützen sollen. In diesem Blogbeitrag wollen wir die Unterschiede und Einsatzbereiche der Verfahren klären.

Galvanisch verzinkt

galv.Verzinkt

Bei diesem Verfahren wird Stahl in einem elektrochemischen Prozess mit einer dünnen Zinkschicht überzogen. Das geschieht in einem Elektrolysebad durch den Strom geleitet wird. Dabei lagert sich Zink auf der Schraube ab.

Anwendung: In Innenräumen, wo keine starke Feuchtigkeit oder aggressive Chemikalien vorhanden sind.

Beispiel: Montageschraube

Feuerverzinkt

Feuerverzinkt

Beim Feuerverzinken werden die Schrauben in geschmolzenes Zink bei ca. 450 Grad getaucht. Dabei entsteht eine dicke Zinkschicht mit hohem Korrosionsschutz.

Anwendung: Außenbereich Stahlbau, Terrassenbau, Infrastruktur

Beispiel: Sechskantschraube

Zinklamellen beschichtet

Sechskantschrauben mit Flansch

Diese Beschichtung besteht aus kleinen Zink und Aluminiumplättchen in einem Bindemittel, die aufgesprüht oder eingebrannt wird. Hoher Korrosionsschutz und dünne Schichtdicke.

Anwendung: Außenbereich, Fahrzeugbau, Maschinenbau

Beispiel: Sechskantschraube mit Flansch

Ruspert

Sechskantschrauben mit Flansch

Ist eine spezielle Multischichtbeschichtung bestehend aus einer Zinkgrundschicht, Zink-Alu Deckschicht und einer spezialisierten Oberflächenversiegelung.

Anwendung: Außenbereich, Salzwasser, hohe Luftfeuchtigkeit

Besipiel: Pfostenschrauben

Schaut auch gern bei unserem Blogbeitrag: „Was sind Flügelmuttern/Flügelschrauben und wo setze ich sie ein?“ vorbei.

Was sind Flügelmuttern/Flügelschrauben und wo setze ich sie ein?

Ihren Namen haben sie von den Flügeln die am Körper angesetzt sind. So werden sie zu praktischen kleinen Helfern: Beides sind Verbindungselemente, die ohne Werkzeug per Hand gelöst und angezogen werden können. Deshalb kann man Verschraubungen schnell montieren und demontieren. Sie werden oft gebraucht, wenn ein häufiges und einfaches Verschrauben von Vorteil ist. Flügelschrauben sind das Gegenstück zu den Flügelmuttern. Für die Montage der Flügelschrauben wird ebenfalls kein Werkzeug benötigt.

fluegelschrauben scaled
fluegelschraube

Unterschied Flügelmutter und Flügelschraube

 

Flügelschrauben:

  • Haben einen flügelartigen Kopf und ein Außengewinde
  • Lassen sich ohne Werkzeug manuell drehen
  • Werden in verschiedenen Materialien und Größen angeboten (Edelstahl oder Kunststoff)
  • Wartungsfrei und langlebig: Kein Rost, keine Materialermüdung
  • Vielseitig einsetzbar: Perfekt für den Maschinenbau, Möbelbau, den Außenbereich und mehr.

Flügelmuttern:

  • Haben einen flügelartigen Körper und ein Innengewinde
  • Lassen sich ohne Werkzeug manuell drehen und werden auf eine Schraube gedreht
  • Es gibt deutsche und amerikanische Formen (unterscheiden sich in der Form der Flügel)
  • Wartungsfrei und langlebig: Kein Rost, keine Materialermüdung
  • Vielseitig einsetzbar: Perfekt für den Maschinenbau, Möbelbau, den Außenbereich und mehr.

Tipp: Man sollte die Flügelmutter nicht zu kräftig festziehen. Zum einen um sie händisch wieder lösen zu können und zum anderen um das Material nicht zu beschädigen. Verwende Unterlegscheiben, um empfindliche Oberflächen nicht zu beschädigen.

fluegelmuttern

Einsatzbereiche

Flügelschrauben und Flügelmuttern kommen in wirklich vielen Bereichen vor. Im Messebau, Fotografie (Stativ), Musikinstrumente, Möbelbau, Outdoor.

Wir haben Flügelmuttern bei unserem Blogbeitrag „Wir bauen eine Matschküche“ verwendet, schaut gern mal vorbei!