© Sergey Kuznecov/Shutterstock.com

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Jedermann kennt Bauschaum. Je nach Region, Anwendung oder Inhaltsstoff (Polyurethan), kann er auch Montage-, Isolier-, Füll- und Dämmschaum, sowie PU- und PUR-Schaum genannt werden. Er ist in 2 Varianten erhältlich – Einkomponenten-Schaum (K1) oder Zweikomponenten-Schaum (K2).

Doch wofür wird welche der Varianten angewandt und was sind ihre Unterschiede?

Kann eine geöffnete Dose wiederverwendet werden?

Was muss ich bei dem Gebrauch von Bauschaum beachten und ist dieser gesundheitsschädlich?

Dieser nützliche Baustoff wirft viele Fragen auf, auf die wir in unserem heutigen Beitrag eingehen wollen.

Hauptsächlich werden Montageschäume zur Abdichtung im Bauwesen verwendet, was meist die Montage von Fenstern sowie Türzargen betrifft. Er wird aber auch zum Verkleben von verschiedenen Materialien wie Holz, Metall (nicht auf unbehandelten Metallen), Beton, Kunststoffen, usw. verwendet. Sie füllen durch ihr Aufquellen Hohlräume, Fugen und die kleinsten Zwischenräume, wodurch sie eine dämmende und isolierende Funktion übernehmen.

Die Aushärtung des Dämmschaums entsteht durch reaktionsfähige Silangruppen. Nach dem Aushärten ist der Schaum resistent gegen Wasser, Öl, Benzin, Laugen und verschiedene Lösungsmittel. Er verrottet nicht und ist gegen Schimmelbefall geschützt. Bauschäume weisen allerdings keine Beständigkeit gegen UV-Strahlungen auf, wodurch der ausgehärtete Schaum bei direkter UV-Einwirkung über Jahre porös wird und hierdurch seine Elastizität verliert.

Anwendung und Merkmal von K1- und K2-Bauschäumen

Einkomponenten-Bauschaum

K1-Schaum wird je nach Menge in Aerosoldosen oder auch Druckbehältern aufbewahrt und macht ca. 80 % des Marktes aus. Bei der Herstellung werden in dem Behältnis Isocyanat und Polyol gemischt, woraus ein Prepolymer entsteht. Daher muss die Dose vor jedem Gebrauch sehr gut geschüttelt werden. Beim Ausspritzen quillt der Baustoff stark auf und härtet durch die Luftfeuchtigkeit und die Feuchtigkeit aus den umgebenden Materialien aus (ein Voranfeuchten der Fläche wird von Herstellern meistens empfohlen). Nach ca. 10 Minuten sind die Flächen kleb frei, nach 45-60 Minuten können eventuelle Nacharbeiten und das Abschneiden der Überstände durchgeführt werden. Komplett ausgehärtet ist der Bauschaum nach ca. 5 Stunden. Weitergehende Erklärungen zu den Bearbeitungs- und Aushärtezeiten, sowie der Verarbeitungstemperatur sollten grundsätzlich den Angaben vom Hersteller entnommen werden.

Weitere positive Eigenschaften des PU-Schaums sind seine Verarbeitung, welche einfach und unkompliziert ist, wodurch er nicht nur für geübte Anwender, sondern auch für Laien geeignet ist. Mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt er ebenso. Allerdings ist hier eine vorhandene Feuchtigkeit Voraussetzung, wodurch er nicht in geschlossenen Hohlräumen verwendet werden sollte.

Durch den Einsatz einer Schaumpistole ist ein sparsamer Einsatz vom Bauschaum gegeben. Hierfür muss die Dose mit dem Ventil nach oben auf die Schaumpistole geschraubt werden. Ist der Doseninhalt nicht vollständig geleert, wird die Pistole bis zum endgültigen Verbrauch auf der Dose gelassen, sollte nach längerer Pause jedoch mit einem speziellen Reiniger gesäubert werden, wobei Verschmutzungen sofort entfernt werden müssen.

Falls ihr mehr zum Thema “Reinigen von Schaumpistolen” wissen wollt, empfehlen wir euch hierzu unseren passenden Blogbeitrag: “Wie reinigt man eine Schaumpistole“.

Zweikomponenten-Bauschaum

Der Zweikomponenten-Schaum wird ebenfalls in einer Druckflasche geliefert, wobei hier der gesamte Inhalt verbraucht werden muss. Der Bauschaum besteht, wie schon der Name vermuten lässt, aus zwei Komponenten, welche sich erst beim Verarbeiten vermischen und zu Schaum werden. Dadurch, dass eine der Komponenten ein Härtemittel (ohne dieses reagiert der K2 genauso wie der K1) darstellt, benötigt dieser Montageschaum keine Feuchtigkeit zum Aushärten und ist somit auch für geschlossene Hohlräume geeignet. Durch seine Inhaltsstoffe härtet der K2 Bauschaum schneller aus als der K1.

Bei der Verwendung des Zweikomponenten-Schaums darf der Untergrund nicht angefeuchtet werden, da er selbständig aushärtet. Nach der Aktivierung muss die Dose sofort mit Ventil nach unten geschüttelt werden, dann ca. eine halbe Minute warten und erneut schütteln. Der Doseninhalt muss nach wenigen Minuten komplett verarbeitet und geleert sein. Nacharbeiten und Abtrennen von Überständen darf nicht im feuchten Zustand vollzogen werden, sondern erst nach ca. 20 Minuten. Nach 120 Minuten ist er voll belastbar.

Fassen wir noch mal kurz zusammen:

Der Unterschied der beiden Stoffe liegt darin, dass der K1-Schaum Feuchtigkeit zum Aushärten benötigt, wohingegen der K2-Schaum mittels einer chemischen Reaktion härtet, was ihn ideal für große Hohlräume macht. Außerdem ist er spreizdruckfrei, härtet schneller aus und erzielt eine höhere Festigkeit.

Ist Bauschaum gesundheitsgefährdend?

© Antoine2K/Shutterstock.com

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Bauschaum enthält Methylendiphenyldiiscoyanat, kurz MDI. Dieser Stoff ist als „krebserzeugend“ eingestuft und kann Reizungen an Haut, Augen und die Atemwege erzeugen. Sobald der Schaum ausgehärtet ist, entfällt diese Gefahr jedoch, da MDI bei der Aushärtung verpufft.

Hinweise zum Arbeitsschutz

Safety first

Safety first

Da der Montageschaum sehr stark klebt, sollten bei der Verarbeitung Handschuhe und sicherheitshalber eine Schutzbrille getragen werden. Ebenfalls sollte für eine gute Durchlüftung während des ganzen Arbeitsvorgangs gesorgt werden.

Um einen optimalen Halt des Bauschaums auf dem Untergrund zu garantieren, sollten die Oberflächen fest, staub- und fettfrei sein. Die Einbauteile müssen sachgerecht ausgerichtet, verkeilt und verschraubt angebracht werden. Um Verschmutzungen der angrenzenden Flächen zu vermeiden, ist es sinnvoll diese mit einer Abdeckung zu versehen, da fester PU-Schaum sehr schwer zu entfernen ist.

Falls doch mal etwas daneben gegangen ist, empfehlen wir unseren Blogbeitrag “Ausgehärteten Bauschaum entfernen“.

Und was ist mit recycling?

Der Weg einer PU-Schaum Dose

Der Weg einer PU-Schaum Dose

Bauschaumdosen sind in Deutschland als Sondermüll gelistet und müssen speziell entsorgt werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können einzelne Dosen von den lokalen Müllabfuhren kostenfrei mitgenommen werden oder man kann sie in einigen Baumärkten abgeben. Bei größeren Mengen kann man die Lizenzgeber (Logo auf der Bauschaumdose) anrufen, die abzugebende Menge anmelden und diese dann für eine kostenlose Abholung bereitstellen.

Da die Bauschaumbehälter immer einen Rest Material behalten, dürfen diese auf keinen Fall im Restmüll, Baumischabfall, Gelben Sack, Altmetall-Container oder der Sonderabfallverbrennung entsorgt werden.

Wer sich zu diesem Thema noch etwas genauer informieren möchte, sollte sich unbedingt unseren Blogbeitrag “Bauschaumdosen richtig entsorgen” durchlesen.

Kann angebrochener Bauschaum wiederverwendet werden?

Der K2-Bauschaum kann nicht wieder verwendet werden, da er sehr schnell aushärtet. Bei dem K1-Bauschaum gibt es Ausnahmen, welche jedoch keinen weiteren Gebrauch garantieren. Hierzu muss der Sprühkopf und alles weitere gesäubert werden und der Behälter trocken und Luft undurchlässig gelagert werden.

Wir hoffen wir konnten euch mit diesem Blogbeitrag einen guten Überblick über das Thema Bauschaum verschaffen. Ihr habt noch Fragen zum Thema? Dann schreibt uns doch ein Kommentar.

 


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