Gipskartonplatten gestapelt

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Heut zu Tage werden im Trockenbau vom Eigenheim oder auch von größeren Bürokomplexen die Innenwände (Wände auf die keine Tragkraft kommt) meistens mit Gipskarton-Bauplatten aufgezogen, was viele Vorteile gegenüber dem Massivbau hat.

Seit 1949 erleichtern diese Platten uns nun schon in Deutschland das Aufziehen von Wänden.

Doch woraus bestehen die praktischen Platten eigentlich und wie werden sie hergestellt? Gibt es bestimmte Eigenschaften oder Besonderheiten auf die es zu achten gilt?

In unserem heutigen Blogbeitrag wollen wir die Gipskartonplatten mal etwas näher betrachten.

Woraus bestehen Gipskartonplatten & wie werden sie hergestellt?

Wie der Name schon sagt, bestehen sie aus Gips, entweder Naturgipse (aus dem Bergbau gewonnen) oder REA-Gipse (Abfallprodukt der Braunkohlekraftwerke). Beide Stoffe sind gleich zu bewerten, bis auf Ihre Produktion, wobei der REA-Gips im Vergleich zum Naturgips ca. 50 % an Primärenergie einspart.

Doch Gipskartonplatten bestehen nicht nur aus Gips, sondern haben einen zusätzlichen Überzug aus Kartonage. Durch diesen werden aufkommende Zugkräfte aufgenommen und die Platten gewinnen an Stabilität. Es können aber auch zusätzlich noch Fasern aus Kunststoff, Glas oder Zellulose enthalten sein, wodurch die Platten statisch belastbarer werden und auch in Feuchträumen zu verwenden sind.

Der Produktionsprozess an sich ist sehr einfach. Nachdem der Gips gemahlen und gebrannt wurde, wird er mit Wasser und Zusatzstoffen gemischt und auf die untere Kartonschicht gespritzt. Danach wird eine weitere Kartonschicht aufgelegt und alles zusammen zu einer Platte geformt. Anschließend erfolgt noch eine Beschriftung,  die Platten werden geschnitten, gewendet, getrocknet und gebündelt.

Wo kommen die Platten zum Einsatz?

Gipskartonplatten werden meist im Innenausbau (Trocken- und Akustikbau) als nichttragende Innenwände und abgehängte Decken mit Hilfe von Unterkonstruktionen montiert. Doch auch die Verwendung als Trockenputz oder Trockenstrich einem Dachschrägenausbau, ist nicht unüblich.

Welche verschieden Arten von Platten gibt es?

Gipskarton-Bauplatte (GKB):

Bauplatten gestapelt frontal

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Sie sollte mindestens eine Dicke von 12,5 mm haben, um seine Voraussetzungen an die Stabilität, die Isolierung usw. zu erfüllen. Sie sind feuchtigkeitsregulierend, jedoch nicht wasserbeständig und eigenen sich perfekt zum Verkleiden von Metallständer-Werken und gelten als unbrennbar. Die Luftschalldämmung ist sehr gering, kann jedoch durch eine Doppelbeplankung verbessert werden.

Imprägnierte Gipskarton-Bauplatte (GKBi):

Ihr Gipskern und der Karton sind mit Kunstharz geschützt, um die Aufnahme von Wasser zu erschweren und den Abbau von Feuchtigkeit zu beschleunigen. Durch den Kunstharz wird die Platte zwar feuchtigkeitsbeständiger, sollte jedoch nicht auf Dauer der Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Die feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft macht sie ab einer Dicke von 12,5 mm als Zwischenwand in einem Feuchtraum (z.B. Küche/Bad) einsetzbar.

Durch einen Kristallwassergehalt, ist sie ab einer Dicke von 12,5 mm unbrennbar (Brandklasse A2) hat jedoch nur eine geringe (bei einer Doppelbeplankung gute) Luftschalldämmung. Der Karton ist noch extra mit Fungiziden imprägniert, um einen Schimmelpilzbefall zu vermeiden. Im Gegensatz zu der normalen Platte (grau) hat die imprägnierte Platte einen grünen Ton, was als Unterscheidungsmerkmal dient.

Gipskarton-Putzträger-Bauplatte (GKP):

Diese Platten verfügen über einen stark saugenden Spezialkarton und eignen sich aufgrund einer guten Putzhaftung, perfekt als Untergrund für gipshaltige Putze. Sie sollten ebenfalls erst ab einer Dicke von 12,5 mm verwendet werden, welche als unbrennbar gilt, jedoch eine niedrige Luftschalldämmung aufweist.

Gipskarton-Feuerschutzplatte (GKF):

Die Feuerschutzplatte verfügt über einen zusätzlich verfestigten Kern und einer Glasfaserarmierung um einen Feuerschutz zu gewährleisten. Bei einer Dicke von 20-25 mm kann sie als Bekleidung nicht tragender Feuerschutzwände und als Schallschutz eingesetzt werden. Im Falles eines Brands wird ihre Struktur durch die Glasfaserarmierung zusammengehalten (Brandklasse A2, Feuerschutzklasse F30/in mehreren Schichten F90). Ab einer Dicke von 20 mm ist ihre Luftschalldämmung im mittleren Bereich, kann durch eine Doppelbeplankung aber verbessert werden.

Imprägnierte Gipskarton-Feuerschutzplatte (GKFi):

Die imprägnierte Feuerschutzplatte verfügt

über die gleichen Eigenschaften wie die normale Feuerschutzplatte, kann jedoch bei einer Dicke ab 12,5 mm  für Zwischenwände in Feuchträumen montiert werden, in denen noch extra ein Brandschutz verlangt wird. Sie hat ebenfalls wie die imprägnierte Gipskarton-Bauplatte die Farbe grün.

Mit Blei kaschierte Platten:

Diese Platten dienen dem Strahlenschutz und werden meist nur in der Medizin eingesetzt.

Und wieso sind diese Platten  nun so beliebt?

Ihre Beliebtheit rührt wohl daher, dass sie über ein geringes Gewicht verfügen, schnell und einfach verarbeitet werden können und für viele verschiedene Bauprojekte verwendet werden können.

Ebenfalls sprechen die Feuerfestigkeit, sowie der geringe Flächenverlust im Vergleich zu einem Massivbau für diese Platten. Außerdem können sie durch Ihre Herstellung später leicht zurückgebaut oder abgeändert werden.


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