Altbauwände sind eine eigenwillige Angelegenheit: bröseliger Putz, unbekannte Materialien, Unebenheiten, Hohlräume oder Mischputz. Im Gegensatz zu modernen Neubauten bestehen Altbauwände meist nicht aus einheitlichen Material was die Sache mit dem Bohren immer ein wenig heikel macht.
Aber welche Befestigungen halten wirklich in einer Altbauwand? Das kommt auf die Beschaffenheit der Wand an:

Bröseliger Putz

Unebenheiten

Mischputz
Wandtyp erkennen (So gut es eben geht)
Bevor du dein Bild oder Regal an der Wand befestigst solltest du zumindest grob wissen, womit du es zu tun hast. Mach erstmal den Klangtest. Klopf also mit der Hand gegen die Wand. Klingt es eher dumpf? Verbirgt, sich wahrscheinlich schon mal eine massive Steinwand dahinter. Klingt es eher Hohl? Vermutlich ein Hohlraum.
Es hilft natürlich auch eine Testbohrung vorzunehmen. Der Bohrstaub und der Widerstand beim Bohren verraten schon eine Menge über die Beschaffenheit der Wände. Ist der Baustaub Rot (Ziegel) oder dunkel Grau? (Beton) Sehr gut, denn hier halten Universaldübel auf jeden Fall. Ist der Baustaub hellgrau und porös ist es wahrscheinlich die Fuge oder alter Putz und hier wird die Sache schon etwas schwieriger…
Wichtig: Vor dem Bohren immer sicherstellen, dass keine Strom- oder Wasserleitungen an der Stelle verlaufen.
Die richtige Dübelwahl
Die Wahl des Dübels entscheidet darüber, ob deine Befestigung hält oder nicht:
Universaldübel – für Stein und Betonwände
Universaldübel sind die Lösung für viele Anwendungen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Längen und funktionieren in verschiedenen Baustoffen wie Mauerwerk, Beton und Mischuntergründen zuverlässig.
Vorteil: Flexibel, einfache Anwendung, ideal für leichte Montagen (Bilder, Lampen)
Nachteil: Nicht optimal bei stark bröseligen Wänden, begrenzte Tragkraft
Hohlraumdübel – für Höhlräume und Rigipswände
Spreizen sich beim Eindrehen hinter der Wand auf und sorgen so für sicheren halt. Siehe auch unseren Blogbeitrag: „Hohlraumdübel – Wofür und Wann?“
Vorteil: Hohe Stabilität, gute Lastenverteilung
Nachteil: funktioniert nur bei Hohlräumen, nach dem Setzen schwer zu entfernen
Chemische Befestigung – für poröse Wände
Chemische Dübel werden in das Bohrloch eingespritzt und härten dort aus. Je nach System wird anschließend direkt die Schraube eingedreht oder ein Dübel eingesetzt.
Vorteil: Sehr hohe Tragkraft, stabilisiert das Bohrloch, für schwierige Untergründe
Nachteil: Aufwendige Anwendung, höhere kosten, Aushärtung beachten

Universaldübel

Hohlraumdübel

Chemische Dübel
Gerade bei alten, bröseligen Wänden passiert es schnell, dass das Bohrloch ausfranst oder zu groß gerät. Der Dübel greift dann nicht richtig. Wenn das passiert schau die unbedingt unseren Beitrag „Bohrloch zu groß“ an. Dort zeigen wir konkrete Lösungen.
Fazit: Altbauwände sind unberechenbar aber nicht unlösbar. Mit etwas Vorbereitung und dem richtigen Gefühl beim Bohren bekommt man auch das in den Griff.







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