Jeder von uns kennt Rost – sieht nicht schön aus und kann Gegenstände aus Eisen oder Stahl zerstören.

Aber was ist Rost eigentlich genau und wie entsteht er?

Wir möchten euch aufzeigen, was Rost genau ist, wie er entsteht und einige Begriffe klären, die oft im Zusammenhang benutzt werden.

Rostbildung bei Eisen und Stahl

Die Oberfläche von Eisenmetallen, also Eisen und Stahl, geht mit Sauerstoff und Wasser eine chemische Verbindung ein, sie oxidiert. Rost  ist ein so genanntes Eisenoxid, genauer gesagt ein wasserhaltiges Eisenoxid.

Auf die chemischen Reaktionen, so wie sie ein Chemiker erklären würde, wollen wir an dieser Stelle im Detail nicht weiter eingehen. Wichtig ist für uns, dass als Ergebnis des Oxidationsprozesses das entsteht, was wir als Rost bezeichnen. Entscheidend bei dessen Bildung ist also das Zusammenspiel von Sauerstoff und Wasser / Feuchtigkeit (wie zum Beispiel Luftfeuchtigkeit).

Wusstest du schon, …

In sehr trockenem Klima rosten Eisenmetalle kaum bis gar nicht. Das liegt an der fehlenden / geringen Luftfeuchtigkeit, welche für das Rosten notwendig wäre.

Manche Stoffe, wie z.B. Salz, beschleunigen die Rostbildung weshalb Eisenmetall in Salzwasser oder salzhaltiger Luft (zum Beispiel am Meer) deshalb schneller rosten.

Einfach zu merken: Rost = Eisen/Stahl + Sauerstoff + Wasser

Der Prozess des Rostens lässt das Material porös werden, weshalb Sauerstoff und Wasser weiter mit dem Eisenmetall reagieren und die Zersetzung somit voranschreitet. Umgangssprachlich sagt man auch „der Rost frißt sich durch“. Das Material wird mit zunehmender Zersetzung poröser, brüchig, platzt aufgrund des grösseren Volumens evtl. auf, bis hin zur völligen Zerstörung.

Übrigens rostet der Bewehrungsstahl bei Stahlbeton nicht, wenn der Stahl vollständig von Beton umschlossen ist, so dass Wasser und Sauerstoff ihre zerstörerische Wirkung nicht entfalten können. Ausserdem ist Beton alkalisch (hoher PH-Wert), was die chemische Reaktion zu Rost behindert und dadurch den Schutz noch erhöht. Aber wehe, wenn Wasser bzw. Feuchtigkeit und Sauerstoff Zugang zum Stahl bekommen, z.B. durch feinste Risse im Beton. Dann rostet der Stahl und aufgrund des grösseren Volumens des Rostes platzt der Beton und der Zerfall wird beschleunigt.

Rost – Oxidation – Korrosion = alles das gleiche?

Kurze Antwort: Nein ist es nicht, obwohl umgangssprachlich die Begriffe oft gleichsetzt werden.

Oxidation ist eine Elektronenabgabe eines Stoffes; diese Elektronen müssen von einem anderen Stoff aufgenommen werden (Reduktion). Aber so tief wollen wir nicht in die wissenschaftliche Erklärung einsteigen. Für uns ist wichtig: Rost ist eine spezielle Form der Oxidation, z.B. bei Eisen oder Stahl in Verbindung mit Wasser. Es gibt daneben viele andere Formen der Oxidation, die nicht zu Rost führen. Beispielsweise entsteht auch bei anderen Metallen wie Zink oder Aluminium durch Reaktion mit Sauerstoff eine hauchdünne Oxidschicht, aber diese Metalle rosten nicht, weil die Metalloberfläche durch die dünne Oxidschicht vor weiterer chemischer Reaktion geschützt wird. Bei diesen Metallen setzt die zerstörerische Wirkung, die der Rost bei Eisenmetallen hat, nicht ein. Man unterscheidet deshalb zwischen Eisenmetallen (die rosten können) und Nicht-Eisenmetallen (die nicht rosten).

Von Korrosion (lat. Corrodere = „anfressen“) spricht man allgemein bei einer chemischen Reaktion von Materialien mit ihrer Umgebung, die zu einer Beeinträchtigung der Funktion führt. Bei Metallen meint man damit vor allem eine chemische Zerstörung. Insofern ist Rost eine spezielle Form der Korrosion bei Eisenmetallen.

Kurz gesagt: Rost ist immer eine Oxidation und bei fortschreitender Rostung eine Korrosion, aber nicht jede Oxidation oder jede Korrosion ist Rost. Oxidation und Korrosion sind also viel weiter gefasst als Rost.

Und was ist Flugrost?

Die DIN 50900 definiert Flugrost als eine beginnende Korrosion von Eisenmetallen. Umgangssprachlich meint man damit meistens eine dünne Rostschicht auf einer Oberfläche, die sich leicht abputzen lässt. Der Begriff geht auf feinen, an der Luft gerosteten Eisenstaub zurück, der sich auf Gegenständen ablagert. Es ist also Roststaub, der sich häufig einfach abwischen lässt. Bei Nicht-Entfernen oder Nicht-Behandlung kann Flugrost natürlich zu weiterer Verrostung führen.

Und Weißrost?

Weißrost kann sich z.b. bei viel Feuchtigkeit auf Zinkoberflächen bilden. Ist die Feuchtigkeit nicht mehr vorhanden, breitet sich der Weißrost auch nicht mehr weiter aus. Darum empfehlen z.B. Hersteller von verzinkten Blechen, diese witterungsgeschützt (trocken) zu lagern. Weißrost kann den Korrosionsschutz bei verzinkten Gegenständen mindern, wenn er länger einwirkt.

Noch ein Hinweis: Weißrost kann bei Käfigen aus verzinktem Stahl evtl. für Haustiere gefährlich sein, wenn sie z.B. am Metall lecken oder nagen.

Edelstahl rostet nie oder?

Wie bei Radio Eriwan: im Prinzip nicht, aber…

Wie ihr vielleicht wisst, gibt es verschiedene Arten von Edelstahl, welcher nicht gleichzusetzen ist mit nichtrostendem / rostfreiem Stahl. Unter normalen Umweltbedingungen hat Edelstahl aber einen ausreichenden Korrosionsschutz. Er kann aber unter bestimmten Bedingungen rosten! Genaueres dazu beschreiben wir euch in unserem Blogbeitrag „Edelstahl – Taugt auch nass was!„.


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