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Mit der Frage, wie man abgerissene oder rund gedrehte Schrauben löst, haben wir uns schon mal in einem eigenen Blogbeitrag befasst. Aber was kann man tun, wenn die Schraube durch Rost fest sitzt?

Spoiler vorweg: pure Gewalt führt in den seltensten Fällen zum Erfolg.

In unserem heutigen Blogbeitrag haben wir uns genau mit diesem Thema befasst und einige verschiedene Varianten für euch zusammengestellt.

Muttis Haushaltstipp

Ein alter Haushaltstipp besagt, dass man Rost mit Cola bekämpfen kann. Zum Einen stimmt das nur bedingt, zum Anderen hat das bei eingerosteten Schraubverbindungen keine großen Erfolgsaussichten. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Cola bei einer festen Schraubverbindung mehr ausrichtet, als euch die Konstruktion und eure Hände zu verkleben.

Oder habt ihr da andere Erfahrungen gemacht?

Kriechöl und Rostlöser

Viel besser eignet sich im ersten Schritt die Verwendung von Kriechöl. Dieses hat die besondere Eigenschaft, mit seiner geringen Oberflächenspannung sehr dünnflüssig zu sein.

Nach dem Versprühen „kriecht“ es deshalb nach einiger Zeit in winzige Spalte. In dem Fall unserer verrosteten Schraube also auch zwischen Außengewinde der Schraube und Innengewinde der Konstruktion.

Wie so oft auch hier die Devise: „Weniger ist mehr“. Es ist nicht nötig, die Schraubverbindung einmal mit Öl zu durchfluten.

Geht lieber mehrmals tröpfchenweise vor und sucht euch sichtbare Spalte, in die ihr das Öl träufelt.

Wichtig ist außerdem Geduld. Das Öl braucht seine Zeit, um tief in die Verbindung zu gelangen. Wie lange, könnt ihr für gewöhnlich auf der Dose des Öls nachlesen.

Wenn das mit dem einfachen Kriechöl nichts ausrichtet, greift ihr zum Rostlöser mit Vereisungskomponenten. Der Rostlöser ist selbst auch eine Art Kriechöl, jedoch bewirkt die Vereisungskomponente beim Sprühen auf die Schraube, dass diese gewissermaßen schockgefroren wird. Dadurch zieht sich das Material zusammen und Risse in der Rostverbindung entstehen.

In diese Risse setzt sich dann der Rostlöser und tut seine Pflicht – nämlich den Rost lösen.

Die Hitze macht’s

Eine weitere Möglichkeit, eine verrostete Schraube zu lösen, ist mit Hitze.

Achtung: Wir raten dringlichst ab, Feuer an Stellen zu benutzen, die dafür nicht geeignet sind. Besonders in der Nähe von entflammbaren Flüssigkeiten sollte man auf jeden Fall davon Abstand nehmen.

Zarte Gewalt

Wenn weder Kriechöl, Kälte, noch Hitze etwas bewirken, kommt dann doch etwas Gewalt ins Spiel – aber keine undurchdachte. Vorsichtige, leichte Schläge mit einem Hammer können dabei schon viel bewirken, ohne dabei die Schraubverbindung zu verformen. Der Rost soll sich ja nur vom Metall lösen, ohne dass das Gewinde zerstört wird.

Die nächste Stufe wäre dann die Verwendung eines Schlagbohrers. Wie der Name schon andeutet, dreht sich dieser in einer Ruckbewegung. Wenn man Glück hat, trennt sich dabei erst die Verbindung zwischen Rost und Metall. Mit weniger Glück zerstört man dabei das Gewinde, weshalb zu dieser Variante erst gegriffen werden sollte, wenn die vorherigen Schritte keinen Erfolg hatten.

Die letzte Möglichkeit

Alle bisherigen Schritte haben eine Voraussetzung: Der Rost innerhalb der Schraubverbindung soll gelöst werden. Was aber, wenn die Mutter, der Kopf, oder was auch immer die Schraubverbindung abgeschlossen hat, maßgeblich für das Problem ist?

Im Zweifel muss dann gesägt werden. Dort wo es der Platz hergibt, kann dies mit einer Metallsäge oder einer Flex geschehen. Wenn es sich um eine Mutter handelt, verrichtet ein so genannter Mutternsprenger gute Dienste. Dieser spaltet die Mutter, ohne das darunterliegende Gewinde zu zerstören.

Anschließend muss jedoch noch das Gewinde der Schraube entfernt werden. Wie ihr das macht, erfahrt in unserem Blogbeitrag “Schraube abgerissen oder rundgedreht? – Kein Problem!”


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