Edelstahl – Taugt auch nass was!

Wer in den letzten Tagen ein Paket vom BefestigungsFuchs erhalten hat, wird ihn sicherlich schon bemerkt haben: Unseren neuen Flyer. Diesmal dreht sich in unserem kleinem Prospekt alles rund ums Edelstahl.

Aber weshalb sind Befestigungsmaterialien aus Edelstahl eigentlich so beliebt?

All das und mehr erfahrt ihr in unserem heutigen Blogbeitrag.

Edelstahl - Taugt auch nass was

Edelstahl?

Edelstahl wir umgangsprachlich auch als nichtrostendes Stahl bezeichnet. Das an sich, ist jedoch nicht ganz richtig. Als Edelstahl bezeichnet man eigentlich Stähle mit einem besonderen Reinheitsgrad. Dies hat nichts mit der Sauberkeit des Stahls zu tun, sondern mit dem Gehalt von Schwefel und Phosphor im Stahl. Diese beiden Chemikalien dürfen den Wert von 0,025% im  Stahl, nicht übersteigen. Edelstahl ist so gesehen eigentlich Stahl, welchem verschiedene Legierungsmetalle zugesetzt wurden (z.B. Chrom, Nickel, Kobalt usw.)

Es gibt unterschiedliche Sorten des Stahls, die auch unterschiedlich stark und schnell rosten. Daher erweißt sich die Aussage des nichtrostenden Stahls als nicht ganz richtig, denn Edelstahlschrauben können, zum Beispiel im falschen Einsatzgebiet, tatsächlich rosten. Mehr zu den einzelnen Edestahltypen und ihren Eigenschaften, ihr ein kleines Stück weiter unten, unter dem Punkt “Welche Edelstahltypen gibt es”.

Fakt ist, das Befestigungsmittel aus Edelstahl zum Beispiel perfekt für den Aussenbreich und feuchte Einsatzgebiete geeignet sind. Daher sind diese besonderen Schrauben auch so beliebt.

Doch bei der Erläuterung der einzelnen Edelstahlarten stoßen wir immer wieder auf den Begriff Korrosion. Worum handelt es sich dabei eigentlich?

Was ist Korrosion?

© ia_64 – Fotolia.com

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Korrosionen. Allgemein ist damit jedoch eine Reaktion eines Werkstoffes mit seiner Umwelt / Umgebung gemeint. Hierbei findet eine messbare Veränderung statt.

Die wohl bekannteste Art der Korrosion kennt sicherlich jeder von euch: Das Rosten.

Welche Edelstahltypen gibt es?

Im wesentlichen unterscheidet man zwischen 3 Gruppen:

Ferritische Edelstähle

  • Aufgrund des geringen Chromgehaltes nur als korrosionsträge eingestuft (rostet, aber eben langsamer als herkömmliche Stähle)
  • Keine direkte Bewitterung

 

Martensitische Edelstähle

  • Hohe Festigkeit die mit steigendem Chromgehalt im Stahl zunimmt
  • In der Regel korrosionsbeständig
  • Herstellung von z.B. Edelstahlschrauben der Sorte A2
  • Das gängigste und meistgenutzteste Edelstahl im Aussenbereich

 

Austenitische Edelstähle

  • Hohe Korrosionsbeständigkeit
  • Säure- / und seewasserbeständig
  • Häufiger Einsatz in Küstenregionen (aufgrund der salzhaltigen Luft)
  • Einsatz zum Beispiel auch in der Lebensmittelindustrie

Ist Edelstahl magnetisch oder nicht?

Allgemein hat sich der Irrglaube verbreitet, das Edelstahl auf keinen Fall magnetisch sein kann. Das ist jedoch, genau wie der Fakt das Edelstahl nie rostet, nicht ganz richtig.

Edelstahl besteht, wie bereits oben erwähnt, aus mehreren verschiedenen Metallen. Dabei kann auch Eisen mit enthalten sein. Je nach Mischungsverhältnis der verschiedenen Stähle, können z.B. äußerlich völlig identische Edelstahlschrauben, auch magnetisch sein.

Es gibt für Schrauben die zum Beispiel in Edelstahl A2 geliefert werden, einen definierten Rahmen der Eigenschaften. Die Festigkeit, die Anfälligkeit gegen Korrosion und die Oberflächenbeschaffenheit sind zum Beispiel vorgegeben. Ob diese nach der Fertigung magnetisch ist oder nicht, gehört jedoch nicht zu diesen Vorgaben.

Auch die Lagerung von Edelstahl kann dazu führen das dieses magnetisch wird.

Lagert man zum Beispiel eine Gewindestange aus Edelstahl neben normalen Stangen aus Stahl, kann es passieren das dadurch die nicht magentischen Gewindestangen, plötzlich magnetisch werden. Dies beeinträchtigt jedoch in keiner Art und Weise die Verarbeitung der Gewindestäbe.

Leider gibt es also auch hier, keine pauschale Antwort.

Der richtige Umgang mit Edelstahl

Manchmal bekommen wir Anrufe von schockierten Kunden die uns mitteilen,  das zum Beispiel der neu gekaufte Edelstahl Pfostenträger rostet.

Zuerst einmal vorne weg: Rost ist nicht gleich Rost. Das am häufigsten auftretende Problem ist die Ansammlung von Flugrost.

Hierbei handelt es sich um einen feinen Eisenstaub der an der Luft rostet und sich nun auf dem Edelstahlprodukt niedergelegt hat. Das bedeutet jedoch keines Falls dass das Edelstahl an sich rostet. Flugrost kann einfach mit einem geeigneten Reiniger entfernt werden und schon ist das vermeindliche Problem gelöst.

Nachteile von Edelstahl?

Natürlich gibt es bei der Verwendung von Befestigungsmitteln aus Edelstahl auch so seine Tücken.

Ein Nachteil der manchen Käufern von Edelstahlschrauben zum Verhängnis wird, ist zum Beispiel die geringe Zugfestigkeit. Kurz gesagt: “Nach fest, kommt ab”. Das bedeutet, wenn man eine Edelstahlschraube zu fest anzieht, kann es passieren das der Schraubenkopf abreisst. Hier sollte man also mit Vorsicht zur Tat schreiten und es mit der Kraft nicht übertreiben.

Edelstahl ist toll

Und genau aus diesen ganzen Gründen, finden wir das Befestigungsmittel aus Edelstahl, einfach toll sind und einen eigenen Flyer verdient haben. Übrigens, haben wir natürlich wieder fleißig während unseres Fotoshootings gefilmt.


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Erstellt am von Kathrin Schuller in Materialkunde 4 Kommentare

4 Antworten aus Edelstahl – Taugt auch nass was!

  1. Thorsten

    Wirklich sehr aufschlussreicher Beitrag über die Vor- und Nachteile von Edelstahl. Danke dafür !

     
  2. Kathrin Schuller

    Gern geschehen, freut mich wenn wir weiterhelfen konnten :)

     
  3. Peter

    Cool, “im Edelstahl KANN auch Eisen enthalten sein”! Na das ist ja mal eine Erkenntnis.
    Bezüglich Rechtschreibung gab es früher mal Leute, die den Duden benutzt haben.

     
  4. Karl Oefele

    Hallo!
    Der Begriff “Fremdrost” sollte hier auch auftauchen. Es gibt extra Werkzeuge aus Edelstahl, damit sich auch ja kein bisschen Eisen rüberkopiert. Dieses kann dann am Edelstahl rosten, den Sauerstoffzutritt verhindern und somit die ständige Neubildung, falls erforderlich, der hauchdünnen, schützenden Chromdioxidschicht verhindern und so den Edelstahl tatsächlich zum Rosten bringen.
    Auch fehlt mir irgendwie der Hinweis, dass die Edelstahloberfläche deutlich rauher ist als die des Stahls. Die Anzugsmomente werden erheblich höher durch die Reibung Mutter – Schraube, und so wirds dann schnell abgedreht, obwohl es eigentlich noch nicht fest ist. Schmierung kann da helfen.

     

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